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Zauber der Montur

„Der Bahnhofsvorstand des kleinen Orts bedünkt vom Rang sich eines Lords. Ein Vororts-, Fern- und Güterzug zu gleicher Zeit – das ist genug. Er streckt die Hand vorn in die Brust und blickt mit wahrer Feldherrnlust. Er steckt den Arm bald her, bald hin: Sein Leben hat nun wirklich Sinn …“

Symbol für Tradition und Stolz

Mit diesen augenzwinkernden Zeilen beschreibt Christian Morgenstern die Bedeutung der Uniform im Eisenbahndienst. Tatsächlich war die Dienstkleidung weit mehr als nur Bekleidung – sie verlieh Autorität, schuf Vertrauen und machte die Aufgaben der Eisenbahnbediensteten für Reisende sofort erkennbar.

Bereits 1851 schrieb die Eisenbahnbetriebs-Ordnung vor, dass jenes Personal, das für die Bewachung der Bahn verantwortlich war oder mit dem Publikum in Kontakt stand, seinen Dienst ausschließlich in Dienstkleidung oder mit einem besonderen Dienstabzeichen zu versehen hatte. In den Anfangsjahren verfügte jede Eisenbahngesellschaft über ihre eigene Uniform, die nicht nur Zugehörigkeit ausdrückte, sondern auch den Stolz auf den Beruf widerspiegelte.

Objekt des Monats

Unser Objekt des Monats ist ein außergewöhnlicher Eisenbahner-Degen, der einst zur repräsentativen Ausstattung höherer Eisenbahnbediensteter gehörte. Die geflutete Keilklinge wird von einem Stichblatt mit dem geflügelten Rad unter einer Krone geschmückt – einem der bekanntesten Symbole der Eisenbahn. Das kunstvoll verzierte Gefäß mit floralem Dekor endet in einem Kugelknauf. Besonders bemerkenswert ist der seltene, gedrehte Griff mit Drahtwicklung.

Auch die schwarze Lederscheide trägt das geflügelte Bahnsymbol und befindet sich trotz ihres Alters in einem sehr guten Erhaltungszustand. Lediglich leichte Gebrauchsspuren am Leder zeugen von ihrer langen Geschichte. Mit einer Gesamtlänge von 91 Zentimetern und einer Klingenlänge von 76 Zentimetern ist der Degen ein eindrucksvolles Zeugnis jener Zeit, in der die Uniform und ihre Insignien den hohen Stellenwert des Eisenbahnerberufs sichtbar machten.

Der Eisenbahner-Degen ist damit nicht nur ein seltenes Sammlungsstück, sondern auch ein Symbol für die Tradition, den Stolz und die Disziplin, die den Eisenbahndienst im 19. Jahrhundert prägten.

Beamter-V-Categorie

Objekte des Monats 2026

JÄNNER Gepäckkarren

FEBRUAR Namensschilder

MÄRZ Kleindraisine Stabeg

APRIL Humoristische Zeichnung

MAI Spanische Galeone

JUNI Jenbacher Dieselmotor

SÜDBAHN Museum
Heizhausgasse 2
8680 Mürzzuschlag
+43 3852 2556 641
info[at]suedbahnmuseum[dot]at

Mai bis Oktober
Mittwoch bis Sonntag & Feiertage
10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr

Jänner bis April & Dezember
Donnerstag bis Samstag & Feiertage
10 bis 15 Uhr

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